Exhibitions

 Galerie Wagner + Partner
 Galerie Wagner + Partner

Csilla Klenyánszki

18.05.2018 – 01.07.2018

Vernissage: 18.05.2018, 19:00 - 21:00

Galerie WAGNER + PARTNER freut sich, mit Reminiscence of Being a Woman die erste Einzelausstellung von Csilla Klenyánszki in Deutschland zu präsentieren. Die Künstlerin setzt sich mit den Phänomenen von Zeit und Gender auseinander, die sie auf konzeptionelle, aber auch sehr spielerische Weise in seriellen Fotografien und Videoarbeiten umsetzt. Die Arbeiten basieren auf Quasi-Performances und Installationen, die die Künstlerin mit ihrem Körper und den sie umgebenden Alltagsgegenständen inszeniert. Fragen des Gleichgewichts – sowohl physikalisch als auch metaphorisch – bilden den Hintergrund von Klenyánszkis künstlerischer Herangehensweise.

Erwartungshaltungen, die an eine Frau gestellt werden, sowie die Objektifizierung der Frau kommentiert sie ironisch in der gleichlautenden Serie, wobei sie in einer Art semantischer Analyse auf Werke verschiedener künstlerischer Gattungen referiert. Angelehnt an einen literarischen Sprachgebrauch entspringt aus ihrem Schoß ein riesiger Blumenstrauß oder sie verwandelt einen Tisch mit Absatzschuhen in eine sich aufbäumende Stute. Auch berühmte Werke der Kunstgeschichte tauchen in der Serie auf: French Loaf zitiert das Motiv der liegenden Frau, sei es über Monets Olympia oder Tom Wesselmanns Pop Art, und kombiniert es mit Baguettestangen à la Dalí. Mit dem Foto Chair greift sie die soziale Plastik Erwin Wurms auf. 

Als 30-Minuten-Installationen bezeichnet die Künstlerin die Serie Pillars of Home, in der sie aus ihrem häuslichen Lebensumfeld scheinbar zufällig ausgewählte Alltagsgegenstände zu fragilen Gebilden auftürmt. Diese absurden, wie unter dem Ticken einer Stoppuhr entstandenen Skulpturen, die Klenyánszki in einer Fotoserie von 98 Arbeiten festgehalten hat, überzeugen einerseits durch ihre Bild- und Farbkomposition, durch ein Spiel mit Gegenständlichkeit, Dynamik und Abstraktion. Sie vereinen Gegenstände des künstlerischen Schaffens wie ein Fotostativ mit Freizeit- und Haushaltsgegenständen als Symbole einer Lebenswelt. Andererseits werfen Klenyánszkis Installationen die Frage auf, was es bedeutet, freischaffend und junge Mutter zu sein. Hier erhält ihre Suche nach dem Gleichgewicht eine andere Dimension. Vorsichtig in ein Equilibrium gebracht und eingeklemmt zwischen Fußboden und Zimmerdecke, erhalten zerbrechliche Zustände eine gewisse vorübergehende Stabilität.

Csilla Klenyánszki wurde 1986 in Budapest  geboren. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam. Nach einem Studium der Literatur- und Kommunikationswissenschaften in ihrer Heimatstadt studierte sie 2008 - 2012 Fotografie an der Willem-de-Kooning-Academy in Rotterdam. Nach einer Förderung durch das Centrum Beeldende Kunst Rotterdam erhielt sie 2016 ein Stipendium des Mondriaan Fonds, Amsterdam, mit dessen Preisgeld sie u. a. das Programm Mothers in Arts ins Leben gerufen hat.