Exhibitions

 Galerie Wagner + Partner
Circles (2017), Pigmentdruck und Cut Out, 50 x 45 cm Galerie Wagner + Partner

Alexandra Baumgartner

Separations

25.10.2019 – 14.12.2019

Alexandra Baumgartner zeigt mit „Separations“ ihre erste Einzelausstellung in der Galerie Wagner + Partner. Die 1973 in Salzburg geborene Künstlerin widmet sich in ihrer künstlerischen Arbeit ganz der menschlichen Psyche und ihren Abgründen. Es geht um Kontrolle und deren Verlust, um zwischenmenschliche Beziehungskonstruktionen, gesellschaftliche Normen und Ängste.

Ihre Arbeitsweise funktioniert wie die einer Collage. Aus gefundenen, bereits existierenden Bildrealitäten entfernt sie essentielle Bildinformationen und modifiziert die Fundstücke so, dass der ursprüngliche Kontext in den Hintergrund tritt. Sie fügt durch Malerei, Näherei, partielles Entfernen oder durch zusätzliche Elemente eine zweite Realität hinzu, die sich zusammen mit dem Ausgangsmaterial zu einer dritten, neuen Wirklichkeit formiert.

Diese Vorgehensweise überträgt sie auf unterschiedliche Medien wie Malerei, Objektkunst, raumgreifende Installationen und Konzeptkunst. Durch minimale Veränderungen der objets trouvés und Installationselemente, die manchmal auch in Form von Mobiliar Zugang in ihr Werk finden, verändert sie deren Charakter maßgeblich. Sie beeinflusst bewusst die räumliche Wahrnehmung und inszeniert subtil Mehrdeutigkeiten und Abgründiges. Bei all ihren Arbeiten schwingen unheimliche, surreale und skurril-groteske Töne mit.

Die Arbeit „Introspection III“ spielt ebenfalls mit der ursprünglich assoziierten Funktion eines Spiegels. Hier ist er schwarz gefärbt und kann seine eigentliche Aufgabe, nämlich die des realistischen Abbildens der äußeren Gestalt seines Betrachters, nicht erfüllen. Der Spiegel zeigt lediglich Schatten der vor ihm stehenden Menschen. Er verweist so auf eine normalerweise im Verborgenen bleibende Realität des sich Spiegelnden. Der im Spiegel zu erwartenden Abbildung des Menschen wird hier eine neue Ebene bzw. Realität hinzugefügt. Zudem wirft das eigene Spiegelbild den Blick auf den Betrachter wieder zurück. So untergräbt und ermöglicht diese Arbeit gleichermaßen die Suche nach dem Ich.

Die in der Ausstellung befindliche Arbeit „Eckjunge“ ist die realproportionierte Fotografie eines jungen Mannes, die in der Mitte geknickt wurde. Auf der Abbildung scheint der Junge zu stehen, das Papier, auf das er gedruckt wurde, zwingt ihn jedoch regelrecht „zu sitzen“, da das Papier die Zwischenposition aus halbliegend bzw. halbstehend einnimmt. Fasziniert von der seltsamen Körperhaltung, geht Alexandra Baumgartner hier der surrealen Trennung zwischen der abgebildeten Realität und deren auferlegter, modifizierter Form auf den Grund, um Grenzzustände von Wirklichkeiten auszuloten.

Alexandra Baumgartner (1973 in Salzburg geboren) lebt und arbeitet in Wien und Berlin. Sie studierte an der Universität Mozarteum Salzburg und an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien und nimmt an internationalen Ausstellungen teil.

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