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WAGNER + PARTNER




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Di - Sa 13 - 18 Uhr und nach Vereinbarung


Profil

Das internationale Programm der Galerie konzentriert sich auf zeitgenössische Fotokunst und Malerei, ergänzt durch Installation. Im Mittelpunkt stehen Künstler, die sich mit den Verhältnissen von Raum, Zeit und Identität beschäftigen. In fruchtbarer Beziehung zur historischen Architektur des Galeriestandortes Karl-Marx-Allee in Berlin werden ästhetisch wie inhaltlich hochwertige Ausstellungen realisiert.




Statement: Quo vadis Galerist?

Der Bezug neuer Räume bedeutet für eine Galerie eine Standortbestimmung im doppelten Sinne. Eine Befragung des eigenen Standpunktes halte ich nach vier Jahren Finanzmarktkrise für mehr als notwendig. Nicht zufällig thematisiert Isabelle Graw in der Herbstausgabe von „Texte zur Kunst“ das Ende der Kunstkritik. Museen ohne Ankaufsbudgets, Firmensammlungen die wieder verkaufen, Mehrwertsteueranhebung für die Kunst. Was bleibt also?

Zunächst einmal muss man feststellen, dass mit besagter Finanzmarktkrise 2008 auch eine Kunstmarktkrise begonnen hat, deren Ende bislang nicht erreicht ist. Während nach kurzzeitigem Einbruch 2009 die Auktionshäuser wieder besser denn je dastehen und Messegiganten wie Art Basel und Frieze einen sehr elitären Kreis um die zeitgenössische Kunst abstecken, bleibt der breite Kunstmarkt angeschlagen. Symptomatisch scheint mir, dass der „normale“ Künstler, wenn er kein Superstar ist, eher als Risiko- oder gar Störfaktor gesehen wird in einem Geschäftsbereich, der doch grundsätzlich vom kreativen Output der Künstler lebt.

Was ist da schief gelaufen? Zunächst muss man konstatieren, dass zeitgenössische Galerien mit ihrem – wohlgemerkt: kostenlosen - Kunstangebot und Engagement einen Teil der staatlichen Hoheitsaufgabe im Bereich kultureller Bildung übernommen haben, wo sich eben dieser Staat durch sinkende Haushalte aus seinen Verpflichtungen zurückzieht. Als Galerist sollte man nicht müde werden, hierauf immer wieder hinzuweisen. Eine Galerie zu betreiben, ist eben weit mehr als ein Geschäft zu betreiben – ist bis in jede Faser ein kulturelles Engagement auf privatwirtschaftlicher Risikobasis. Hierzu gehört wesentlich, unbekannte Künstler zu fördern, einen langen Atem jenseits von Trends zu haben und Künstler als Partner zu verstehen. Im besten Falle entsteht über die Jahre aus der Geschäftspartnerschaft Freundschaft.

Seit Jahren erleben wir aber eine stetig stärker werdende Ökonomisierung aller Lebensbereiche unserer Gesellschaft. Dieser Prozess macht auch keinen Halt vor der Kunst als einem geistigen, immateriellen Gut. Fast alle galeristischen Entscheidungen werden einer Kosten-Nutzen-Relation unterworfen. Wo früher Vertrauen, aber auch Irrtum herrschten, wird heute allein kalkuliert. Amazon macht es mit seinen ebooks vor – man stellt sein Werk ohne Verlag ein und wenn die entsprechenden Downloadzahlen gut sind, wird gedruckt, das Produkt dauernd online am Markt überprüft. Ein solches Modell von Angebot und Nachfrage Überprüfung ist schwer am Kunstmarkt umzusetzen, aber es ist auch das Gegenteil von meiner Auffassung davon, wie eine Galerie arbeiten sollte. Welcher kulturelle Nutzen entsteht für die kommenden Generationen, wenn man primär auf aktuelle Bedürfnisbefriedigung geht?

Mit der Finanzmarktkrise ist meines Erachtens dieses, der Kunst fremde Ökonomisierungsdenken endlich deutlich geworden und auch teilweise kollabiert. Man eröffnet keine Galerie, um in wenigen Jahren reich zu sein oder dem Status eines Trendberufes hinterzurennen. Galeristen müssen Marathonläufer sein und einen Gegenentwurf zum entfesselten Liberalismus leisten – das verbindet sie auch mit der Kunst. So ist es eigentlich der Respekt gegenüber den Künstlern, der wieder gewonnen werden muss, auch wenn deren Arbeits- und Lebensweise sperrig, unangenehm oder manchmal sinnlos für die betriebswirtschaftlichen Abläufe einer Galerie erscheinen.
Mit der Eröffnung neuer Räume möchte ich die intensive inhaltliche und freundschaftliche Zusammenarbeit mit meinen Künstlern noch weiter in den Mittelpunkt der Arbeit stellen. Denn sie ist der Kern, aus dem sich der Erfolg der Galerie speist. Man darf das nicht mit Altruismus verwechseln. Es ist mir ein Anliegen am neuen Standort weiterhin hoch professionell zu arbeiten, aber einen offenen Raum jenseits von Arroganz zu etablieren, dessen vorderstes Prinzip das der geistigen Auseinandersetzung ist.
Cai Wagner, Januar 2013

Pressekontakt: Nadine Dinter, public relations
presse at nadine-dinter.de
T. +49 30 398 874 11



 
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