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 Galerie Wagner + Partner
 Galerie Wagner + Partner

Sophia Pompéry

Berkeleys Katze

23.10.2015 – 05.12.2015

Zum Artist Talk am 18.11. sprach Maurin Dietrich (KW Institute of Contemporary Art, Berlin) mit Sophia Pompéry über das Analoge, Geschwindigkeit und die Täuschung von Wahrnehmungen.

Galerie WAGNER + PARTNER freut sich, mit Berkeleys Katze die erste Einzelausstellung der Berliner Künstlerin Sophia Pompéry in der Galerie anzukündigen. Die Ausstellung zeigt eine Serie von Arbeiten in verschiedenen Medien – Installationen, Video, Fotografie -, die sich mit den Elementen Wasser und Feuer auseinandersetzen.

Sophia Pompéry (*1984) begann ihre Karriere als eine der ersten StudentInnen am Institut für Raumexperimente bei Olafur Eliasson und zeigte ihre Arbeiten u. a. im Stedelijk Museum, an der Neuen Nationalgalerie Berlin und im Nassauischen Kunstverein. Ihre feinsinnigen, doppelbödigen Arbeiten finden ihren Ausgangspunkt in naturwissenschaftlichen Beobachtungen. Pompéry beschäftigt sich darin eingehend mit Wahrnehmungsfragen: Mit einem Sinn für Absurdität zeigt sie, wie unverlässlich, ambivalent und rätselhaft Wahrnehmung ist. Dabei spielt die Umkehrung und Umnutzung von Materialität eine große Rolle. Subtil und scharfsinnig schlägt Pompéry in ihren minimalistischen und schwerelos wirkenden Arbeiten eine Brücke zwischen Kunst, Philosophie und Physik. Fast beiläufig und in einer sehr eigenen Formsprache lässt sie hinter Alltagserscheinungen die großen philosophischen Fragen aufleuchten.



In diesem Sinne steht der Ausstellungstitel Berkeleys Katze: Am Beispiel einer Katze erläutert George Berkeley, Philosoph und Sensualist der Aufklärung, dass das Sein essentiell mit der Frage der Wahrnehmung verbunden ist, indem er die Frage untersucht, ob eine Katze auch dann eine Katze ist, wenn sie auf die Größe eines Elefanten anschwillt und man durch sie hindurchgreifen kann. Was ist also das Wesen eines Gegenstands, den wir wahrnehmen? Dieser Frage nähert sich Sophia Pompéry in der Ausstellung spielerisch über verschiedene Arbeiten zu den komplementären Elementen Feuer und Wasser: In der Installation Plopp Plopp scheint sich eine wie magisch aus ihrem Inneren heraus leuchtende Badewanne mit von der Decke tropfender Milch zu füllen. Palindrom nennt sich eine Art Wippe aus zwei Kerzen, deren längeres Ende sich nach unten neigt, dadurch jedoch schneller abbrennt und als kürzeres Ende nach oben kippt usw. “Wasser im Boot“ bedeutet normalerweise das Sinken eines Schiffes, in Dry Run wird das Boot jedoch durch das Wasser getragen. Mit den Werktiteln gibt Pompéry Hinweise auf die zweite philosophische Ebene einer Arbeit wie in dem Video Sheherazade, in dem auf kontemplative Weise eine Wasseroberfläche gefilmt ist. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die Angelschnur, die fast unsichtbar in der Tiefe des Wassers nach einem Fang trachtet. In der Fotoserie Stilles Wasser spielt sie mit Wahrnehmungstäuschungen anhand eines einfachen Wasserglases, das über einer Tischkante zu schweben scheint oder einen unmöglichen Schatten wirft.


2015 Zitty October Portrait-Pompery