Exhibitions

 Galerie Wagner + Partner

Natascha Stellmach

I Don ́t Have A Gun

07.06.2013 – 20.07.2013

Bekannt wurde die deutsch-australische Künstlerin Natascha Stellmach mit ihrer spektakulären Arbeit Who will smoke the ashes of Kurt Cobain? (2008). Seit jeher begeistert, irritiert und fesselt die Wahlberlinerin mit ihren provokativen und sozialkritischen Installationen ihr Publikum.
I Don ́t Have A Gun zeigt Fotografien, Texte und Happenings zum Thema Burnout. Dieser Zustand, als Symptom erstmals 1974 klassifiziert, wurde in den letzten Jahren wegen seiner weiten Verbreitung in der heutigen Arbeitswelt vielfach in den Medien thematisiert.
Vor dem Hintergrund eigener Burnout-Erfahrungen stellen die neuen Arbeiten Stellmachs die Erneuerung in den Mittelpunkt. Wie immer vermischt die Künstlerin in ihren Arbeiten Fiktion und Wirklichkeit. Grenzen zwischen Persönlichem, historischen Fakten und Imaginiertem verschwimmen. Durch Zueinanderfügen von privaten Fotografien, eigener, quasi popkultureller Texte sowie der Möglichkeit, sich während der Ausstellung tätowieren zu lassen, hinterfragt die Arbeit Tabus und fordert dazu auf, die Genese eigener Selbst-Bilder zu erforschen.

Hypnosetherapeuten, Buddhisten, Schamanen, Yogis, katholische Nonnen, Psychoanalytiker, Heiler, Ärzte, Liebhaber, Freunde, Tättowierer – sie alle inspirierten Stellmachs experimentelle Selbsterfahrungen, die in die aktuelle Ausstellung einfließen. Auf die von Stellmach so in ihrer Ausstellung geschaffene Intimität und Direktheit in der Ansprache muss sich der Besucher einlassen.

In einem Raum werden aus Super-8 Familienfilmen stammende, vergrößerte Fotografien gezeigt. Stellmach transformiert ihr Selbstbild anhand dieser Bilder, die sie mit Überzeichnungen, Aussparungen und provokantem Hineintexten kommentiert. Ein anderer Raum dagegen zeigt überlebensgrosse und wandfüllende pinkfarbene Zeichnungen bewaffneter Frauen, die mit ihren „Gewehren" spielen. Auch diese Zeichnungen sind durchwebt von knappen Auszügen aus den Tagebüchern der Künstlerin.

Zur Vernissage und während der Ausstellung können sich Besucher von der Künstlerin ein temporäres Tattoo stechen lassen. Wie auch bei anderen Happenings dieser Art, verheißen diese besonderen Schrift-Tattoos in ihrer intimen Interaktion ein einmaliges und kathartisches Erlebnis. Frühere Tattoo-Happenings, bei denen Stellmach Texte auf die Haut schrieb und dies fotografisch dokumentierte, haben unzählige Besucher angezogen. Indem sie jetzt zusätzlich eine tintenfreie Tätowierpistole einsetzt, forciert die Künstlerin geschickt noch einmal mehr Fragen nach Angst und eigenem Selbst-Bild.

Künstlergespräch mit Katja Blomberg (Haus am Waldsee): 26.06. um 19 Uhr.