Exhibitions

 Galerie Wagner + Partner

Eunomia

Ina Geißler & Axel Anklam

20.01.2012 – 03.03.2012

Wagner + Partner freut sich mit der Ausstellung Eunomia aktuelle Arbeiten der Berliner Künstler Ina Geißler und Axel Anklam zu präsentieren. Die Ausstellung setzt großformatige Malereien der neuesten Serie Broken Signs von Geißler in einen wirkungsvollen Dialog mit Anklams raumgreifenden Edelstahl-Skulpturen. Eunomia, mythische Personifizierung von Gesetz und Ordnung, steht als Leitbild für einen künstlerischen Prozess: die permanente Neuordnung von scheinbar Unvereinbarem.

In Broken Signs fängt Geißler die im Raum befindlichen Lichtreflexe einer sich drehenden Diskokugel ein. Allen Bildern ist ein konkav oder konvex lesbarer Raum gemein, den die Künstlerin durch vielfache Überlagerung von Farben und Formen oder durch vertikale Gitter und horizontale Linien zugleich wieder auflöst. Über allem stehen formal Variationen der Kreisform. Der Kreis als wirkungsvolle Spannung zum Rechteck der Leinwand.

Ina Geißler schafft in ihren Bildern dynamische Sphären, die durch ihre zahlreichen potentiellen Raumkompartimente den Betrachter zu eigenen Imaginationen herausfordern. Ihre Kompositionen bauen sich aus überlagernden Perspektiven, Formen und Farben sowie aus Hell-Dunkelkontrasten und unterschiedlichen Flächenstrukturen auf. Mithilfe von Klebebändern legt sie verschiedene Farbflächen auf- und ineinander und kreiert Schicht für Schicht ein extrem komplexes Raumgefüge.

Axel Anklams Skulpturen wirken klar und kraftvoll. Dynamik und schwebende Ruhe wechseln einander ab. Opakes Fieberglas und transparente Stahlnetze legen sich über komplex geschmiedete Edelstahl-Karkassen. Jeder Licht- bzw. Perspektivwechsel, jede atmosphärische Änderung schaffen einen neuen Ausdruck.

Die Komplexität der Bild- und Raumgefüge beider Künstler fordert den Blick: Vermeintlich erkannte Strukturen können oder müssen verworfen werden; neue Ansatzpunkte lassen sich stets finden. Die Werke dürfen stets neu Gestalt annehmen, sich verändern und doch gleich bleiben. Diese permanente Neuordnung, die beständige Bewegung, ist die Eunomia – die gesetzmäßige Ordnung – des künstlerischen Prozesses von Geißler und Anklam. Zugleich weist sie aus der Kunst hinaus auf den aktuellen Prozess gesellschaftlicher Ordnung am Beginn des 21. Jahrhunderts.

Künstlergespräch mit Dr. Heinz Stahlhut (Berlinische Galerie): 09.02. um 19 Uhr.